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Ordnung im Nähzimmer

Ordnung im Nähzimmer ist nicht zwingend, aber es kann doch hilfreich, nützlich und vor allem zeitsparend sein. Ich bin in den letzten zwölf Monaten zweimal umgezogen. Mein Atelier von fast 40m2 mutierte im Provisorium zu einer 12m2 Nähkammer. Darüber zu schreiben ist verlorene Zeit. Denn jetzt habe ich ein schönes Nähzimmer einrichten können mit optimaler Platzausnutzung. Und, ich habe ausgemistet! Ich habe entsorgt, verschenkt, neu eingeordnet. Ich bin ehrlich, leicht fiel mir das nicht. Frau hat für alles irgendwie eine Verwendung. Und schließlich haben wir Frauen ja das Sammler-Gen in uns.

Marie Kondo

Da ich das Einräumen etwas strukturiert angehen wollte, kam mir die Idee mit der Marie-Kondo-Methode strategisch vorzugehen. Also alle Kisten ausräumen, den Inhalt auf einen Haufen werfen und dann sortieren? Das fand ich nicht sehr praktikabel. Aber diese Methode Kiste für Kiste anzuwenden fand ich gut. Zumal in einigen Kisten doch ein Durcheinander war, da ich beim Packen den vorhandenen Platz optimal ausnutzen wollte.

 

Dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht, da es ja nicht nur ums Neueinräumen geht. Es geht auch um eine Bestandesaufnahme. Was hat sich in den vielen Jahren des Nähens angesammelt. Was darf bleiben, was muss gehen. Sind die Stoffe noch aktuell? Haben sie ev. Lichtschäden vom Lagern? Nachstehende Prozesse sind nützlich und hilfreich:

Und über allem steht die Disziplin, dies fortwährend ajour zu halten.

Zuerst habe ich all mein Nähkram unter die Lupe genommen. Die Stoffe kommen in einem zweiten Durchgang an die Reihe. Aber bereits jetzt sortiere ich aus, wenn mir ein Stöffchen aus den Umzugskisten entgegenblinzelt.

1. Ausmisten, entsorgen

Da tun sich viele schwer, auch ich. Schliesslich habe ich das Jäger- und Sammler-Gen in mir. Angefangen bei den Knöpfen über Bündel mit abgeschnittenen Satinbänder von Pullis und Röcken über kleinste Reste von verschiedenen Bügeleinlagen, finde ich noch viele weitere Unikate, Schachteln und Schächtelchen mit Inhalten, die ich schon längst vergessen habe. Auch finde ich altes Gummiband mit ausgeleiertem Gummi, eine Schachtel mit Billiggarn vom Discounter welches wahnsinnig fusselt.

Beim ersten Durchgang sortiere ich in drei Kategorien und schreibe die Kisten zum Sammeln entsprechend an:

  • Werde ich mit Bestimmtheit dies verwenden? Ja, behalten.

 

  • Verschenken zum Basteln an Kita, Nachbarskindern etc.

 

  • Entsorgen im Müll

Ganz bewusst habe ich keine Kategorie mit «Vielleicht». Denn das würde nur heissen, ich muss diese Kiste ein zweites Mal durchsehen und mich entscheiden. Auch habe ich keine Kiste mit «Weiterverkaufen» angelegt. Dazu fehlt mir schlicht die Zeit und den Willen, einzelne Artikel und Konvolute ins Netz zu stellen und am Ende doch keinen Käufer zu finden. Aber das kannst du handhaben wie es für dich richtig ist.

2. Sortieren, ordnen, einräumen

Jetzt geht es an die Substanz. In der Kiste mit «Behalten» versuche ich wiederum eine Struktur reinzubringen und sortiere nach einigen Kriterien, die ich als nützlich erachte,

  • Schneiden (Scheren, Rollschneider, Cutter etc.)
  • Markieren (Stifte, Minen, Spitzer für die Minen etc.)
  • Messen (Rollmaß, Handmaß, Lineale, Dreiecke etc.)
  • Nadeln (Handnähnadeln, Nähmaschinennadeln, Stecknadeln etc.)
  • Fäden (Allesnäher, Baumwolle, Sticken, Overlock etc.)
  • Bügelbänder (Kantenband, Falzband, Formband, Profisaum etc.)
  • Knöpfe (Perlmutt, Druckknöpfe, Snaps, Magnete zum Einnähen etc.)
  • Reißverschlüsse (Endlos, konfektioniert, etc.)
  • Schmuckbänder, Borten
  • Spitzen (Bänder, Einsätze, alte etc.)
  • Gummibänder
  • Taschenzubehör (Ösen, Lederriemen, Bodennägel, Karabiner etc.)
  • Nähmaschinenfüßchen (alte Maschine, neue Maschine, Overlock etc.)
  • Schulterpolster, Ärmelfische

Die Auslegeordnung ist nun perfekt. Ich mag, wenn alles in Schachteln, Boxen und Schubladen und Schränken seinen Platz hat. Eher per Zufall habe ich schöne schlichte Boxen für den Kleinkram beim Schweden entdeckt. Zusätzlich kaufte ich transparente Schuhboxen*. Jetzt kann ich mit dem Einräumen beginnen. Zuerst all die kleinen Dinge in eine passende Box packen und beschriften. Dies finde ich etwas vom wichtigsten. So hast du alles im Blick, auf Anhieb hast du einen Überblick, unnötiges Suchen entfällt.  Jetzt gilt es, den passenden Platz in den Schränken und in den Schubladen finden.

Ich räume nicht einfach so ein, wo es Platz hat. Ich schau, welche Dinge benutze ich öfter, welche weniger oft. Jene Boxen, die ich regelmäßig benötige, möchte ich griffbereit in der Nähe haben. So habe ich neben meinem Nähtisch einen Schubladenkorpus, ideal für alle Art von Fäden. Dazu habe ich Einsätze gekauft, so hat jede Garnrolle und jede Spule für die Nähmaschine ihren Platz. In der Nähe möchte ich auch die Nähmaschinenfüße haben, die Scheren und meine Maßbänder/Handmaße. Im Augenblick nähe ich keine Taschen, ergo ist die Box mit dem Taschenzubehör etwas weiter hinten/unten im Schrank.

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Kurz zusammengefasst wie ich am besten meinen Nähkram einräume:

In Griffweite kommt:

  • Was brauche ich IMMER beim Nähen: Faden, Nähmaschinennadeln, Handnähnadeln, Nähfüße, Stecknadeln, Schere, Handmaß, Eckenformer, Bügelhilfe

Das darf etwas weiter weg:

  • Was brauche ich nur abundzu beim Nähen: Schneiderkreide/Stift, Bügelbänder, Maßband, Zickzackschere, Stoffklammer

Das bleibt im Schrank:

  • Was brauche ich Projektbezogen: Knöpfe, Reißverschlüsse, Bügelvlies, Snaps, Kordeln, Borten, Paspeln, Spitzen etc.

3. Sauberhalten, reinigen

Das ist mir ein wichtiges Anliegen. Ihr kennt alle die feinen Fusseln, die beim Zuschneiden, beim Nähen entstehen. Und die lagern sich mit der Zeit überall ab. Aus diesem Grund habe ich angefangen, alles in Boxen, Schubladen und Schränken aufzubewahren. Um ehrlich zu sein, ich putze nicht so liebend gerne. Offen liegt nur das rum, was im Augenblick genutzt wird.

4. Platz für Neues

Beim Einräumen habe ich auf einmal festgestellt, dass ich keinen Platz für Neues frei gelassen habe. Also kurz umsortiert und alles passte wieder in mein Konzept. Ich war so mit Einräumen beschäftigt, dass die Boxen alle schön eingeordnet an ihrem Platz waren. Die Fäden und Garne sind nun in den entsprechenden Schubladen, die Snaps konnte nun auch von den Plastikbeuteln in eine Sortierbox umziehen.

5. Fehlendes nachbestellen, Defektes ersetzen

Es ist wie beim Wocheneinkauf. Der Einkaufszettel füllt sich nach und nach, dass ja nichts vergessen geht.

In meinem Nähzimmer halte ich es genau gleich, ich sammle laufend alles, was zur Neige geht. Auch kontrolliere ich regelmäßig, wenn etwas ersetzt werden muss. An meiner Pinwand schreibe ich alles auf. Auf diese Liste kommen auch Empfehlungen, welche ich gerne mal ausprobieren möchte.

Und seien wir ehrlich, sofort und dringlich benötigen wir ganz selten etwas von unserer Liste. Das Suchen nach Alternativen fördert die Kreativität und gibt ungenutzten Dingen eine neue Chance.

“Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Näh-Welt.”

Lotti Pfyl