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Grundausstattung und Nähzubehör im Nähzimmer

Immer wieder taucht die Frage auf, was brauche ich zum Nähen? Auf was muss ich achten? Welches Nähzubehör gehört zur Grundausstattung? Wie so oft im Leben, gilt dieser Spruch auch beim Kauf von Nähzutaten: “Wer billig kauft, kauft doppelt”. Ja ich weiß, Qualität hat seinen Preis. Aber mein Leitgedanke diesbezüglich: meine Zeit ist wertvoll, also arbeite ich nur mit gutem Equipment.

Ich habe dir nun meine Gedanken zum Nähen, Bügeln, Schneiden, Markieren, Messen und zu weiteren nützlichen Nähzubehör, also zur Grundausstattung hier aufgeschrieben.

1. Nähen

Die Nähmaschine

Die Hauptakteurin in deinem Nähzimmer ist die Nähmaschine. Ganz klar gehört sie zur Grundausstattung. Und vermutlich / vielleicht ist noch Platz für eine Overlock-Maschine und / oder eine Coverstich da. Wenn du dir noch nicht sicher bist welche Marke, welches Modell bei dir einziehen darf, lass dich bei einem guten Nähmaschinenhändler vor Ort beraten. Nutze die Möglichkeit zum Probenähen, frage deinen Freundinnen ob du auch ihre Nähmaschinen ausprobieren darfst. In den sozialen Medien gibt es eine Vielzahl von Empfehlungen. Aber das Beste ist immer noch, sich selber an die Maschine zu setzen.  Als Alternative gibt seit kurzem auch die Möglichkeit, eine Nähmaschine zu mieten. Diese Idee finde ich sehr gut, zumal du je nach Nähkenntnissen und Ansprüche innerhalb kurzer Zeit zu einem anderen Modell und ev. sogar zu einer anderen Marke wechseln kannst, bis du DEINE Begleiterin gefunden hast.

 

Den Kauf einer Nähmaschine vergleiche ich gerne mit dem Kauf eines Autos. Mit beiden kommst du von A nach B. Jetzt kommt es darauf an, welche Zwischenstopps du einlegen willst, welche Unterstützung möchtest du nutzen können, wie groß muss der Kofferraum sein, brauche ich ein Navi? Möchte ich mit einer Einparkhilfe einparken? Brauche ich einen Spurassistenten? Ähnlich verhält es sich bei der Auswahl einer Nähmaschine. Mache dir Gedanken, wie kreativ du sein willst. Wie viel Zeit willst du in dein Hobby investieren? Wo wird deine Nähmaschine stehen oder muss sie immer weggeräumt werden?  Auch wenn du jetzt eine Anfängerin bist und noch nicht viel Übung im Nähen hast, heißt das nicht, dass du in eine „Anfängermaschine“ investieren sollst. Denke in die Zukunft, je mehr du nähst, umso mehr Sicherheit erhältst du und bald sind deine Erwartungen an deine Nähmaschine größer denn je.

Grundsätzlich gibt es drei „Arten“ von Nähmaschinen-Marken:

  • Produzenten: Bernina/Bernette, Janome/Elna, Brother, Juki (Aufzählung nicht endgültig)
  • Händler: W6, Medion, Silvercrest, Carina, AEG, Vertias (Aufzählung nicht endgültig)
  • Konzern: SVP World Wide* mit Pfaff (Haushaltnähmaschinen), Husqvarna Viking und Singer

*SVP World Wide wurde 2018 von einem börsennotierten Vermögensverwalter übernommen und wird seither auf Wachstum getrimmt.

Die Nähmaschinennadeln

Beim Betrachten des Schächtelchens mit den Nadeln drin stiften die vielen Beschriftungen erst mal für Verwirrung. Neben dem Herstellernamen sind es nur drei Parameter, welche die Nähmaschinennadeln spezifizieren:

  • Das System
  • Die Nadelspitze/Typ
  • Die Nadelstärke

Für Haushaltnähmaschinen ist heute das System 103/705 H mit Flachkolben führend. Es gibt noch wenige ältere Maschinen die Nadeln mit Rundkolben, System 287 WH verwenden.

Bei der Spitze wird es nun spannend. Es gibt heute über 30! verschiedene Nadeltypen, für jeden erdenklichen (und nicht erdenklichen) Verwendungszweck. Sie garantieren dir in Kombination mit dem passenden Nähfuß und dem optimalen Nähgarn ein optimales Nähergebnis. Hersteller wie Schmetz haben ein Nadel-ABC veröffentlicht. Ich mag dieses Farbsystem, denn ich sehe auf den ersten Blick, welche Nadel gerade in der Maschine eingespannt ist. Eine gute Auswahl an Nadeln gehört als Nähzubehör zur Grundausstattung.

Nähmaschinenöl

Pflege deine Maschine regelmäßig mit passendem Öl vom Hersteller und nicht mit Öl aus deiner Küche. So nimmt sie keinen Schaden und ist immer einsatzbereit. Reinige deine Maschine öfter, entferne Flusen und Fadenreste beim Greifer. Im Handbuch steht alles nötige wie du das machen musst.

 

Handnähnadeln

Handnähnadeln sind eines der ältesten Werkzeuge und haben als Nähzubehör einen Stammplatz in deinem Nähzimmer.  Auch hier gibt es eine Vielzahl von Typen. Achte beim Kauf auf den Verwendungszweck und nutze die verschiedenen Möglichkeiten.

Eine Übersicht (englisch) über verschiedene Handnähnadeln findest du hier:

Fingerhut

Der Fingerhut erfüllt auch heute noch seinen Zweck. Mit der Nähnadel zusammen wohl auch eines der ältesten Nähwerkzeuge und Nähzubehör. Er schützt die Fingerkuppen vor den spitzen Nadelenden und hilft beim Durchstechen von dicken Materialien. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Ausführungen. Klassisch hergestellt sind sie aus Metall: Stahl und Kupfer in verschiedenen Legierungen, aus Gold, Silber, Aluminium. Ob die Sammel-Fingerhüte sich zum Nähen eignen, bezweifle ich. Also kauf dir deinen passenden Fingerhut im Kurzwarengeschäft. Oder vielleicht findest du einen hübschen alten auf dem Flohmarkt, der dir gut passt.

Nadelkissen

In irgendeiner Form liegt das gute alte Nadelkissen in jedem Nähzimmer rum. Vielleicht ist es sogar noch dein allererstes aus der Schule? Ein nützliches Helferlein für die Näh- und Stecknadeln, und somit gehört auch das Nadelkissen als Nähzubehör zur Grundausstattung.

Faden, Nähgarn

Der rote Faden heißt hier Qualität. Günstige Garne sind oft nicht gleichmäßig gesponnen und verzwirnt, haben Knötchen, Fusseln und reißen gerne. Dies zeigt sich auch beim Nähbild an der Nähmaschine. Fehlstiche sind keine Seltenheit. Die Garne kannst du auch fürs Handnähen benutzen. Mit einem guten Allesnäher aus Polyester triffst du eine gute Wahl. Baumwollgarne sind weniger robust, auch weniger reißfest. Aber dennoch sind sie für zum Beispiel Patchworkarbeiten sehr beliebt. Seidengarne sind teuer, jedoch beim Vernähen von Seidenstoffen Pflicht. Kaufe nicht wahllos verschieden Farben zusammen. Du hast selten den passenden Farbton zum neuen Stoff. Bei den Farben Weiß, Beige/Ecru, ein helles Grau und Schwarz kannst du allerdings zugreifen. Für die Overlockmaschine reichen diese Farben ebenfalls aus.

Damit du das viele Nähzubehör und Grundausstattung gut einordnen und wegräumen kannst, lies doch meine Gedanken zum Thema Ordnung im Nähzimmer in diesem Blog:

2. Bügeln

Bügeleisen

Zu deiner Grundausstattung gehört ein Dampfbügeleisen, vielleicht investierst du sogar in eine Dampfstation oder in eine Profi-Anlage. Auf dem Hobby-Sektor gibt es die kleinen Dampfbügeleisen zu kaufen. Sie sind wohl gut zum Beispiel für Patchworkarbeiten aber nicht für die Zwecke des professionellen Kleidernähens. Die Mini-Bügeleisen gehören als Nähzubehör nicht zwingend zur Grundausstattung.

 

Bügelbrett

Dein Bügelbrett sollte einen guten Stand haben. Auch sollte es robust genug sein, dass eine schwerere Bügelstation sicher darauf abgestellt werden kann. Reinige den Bezug regelmäßig, damit die Bügelfläche immer sauber ist. Etwas mehr Luxus bietet dir ein Bügelbrett mit Absaugvorrichtung. Ganz klar, gehört das Bügelbrett als Nähzubehör auch zur Grundausstattung.

Bügeltuch

Bei einigen Materialien, wie zum Beispiel Seide ist der Dampf aus dem Bügeleisen nicht zu empfehlen. Seide bügelt man am besten mit einem feuchten Tuch. Einige Bügeleinlagen verlangen ebenfalls ein feuchtes Tuch, damit die Klebeeigenschaften optimal auf den Stoff übertragen werden. Das Tuch sollte aus feiner Baumwolle sein. Bitte nimm nicht das erst beste Küchentuch. Du hast bestimmt in deinem Stofffundus ein Stück aus feiner Baumwolle, welches du dazu verwenden kannst. Versäubere ringsum die Kanten, bevor es als Bügeltuch zum Einsatz kommt.

Kantenholz

Auch Kragenholz oder Bügelamboss* genannt. Es ist aus Hartholz (Buche) gefertigt und auf einer Grundplatte montiert. Wie der Name schon sagt, wird diese Bügelhilfe beim Nähen von Kragen und deren Teile verwendet, sowie bei anderen Kleinteilen. Mit dem spitzen Ende kannst du die Kragenecken ausbügeln, mit dem runden Ende die Kragenstege. Das Kantenholz gehört nicht  zwingend zur Grundausstattung, aber wer dieses Nähzubehör hat, liebt es heiß und will es nicht mehr hergeben.

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Bügelkissen

Bügelkissen, auch Bügelei (engl. tailors ham) gibt es in vielen Varianten und Formen. Ich empfehle dir drei Stück in unterschiedlichen Formen und Größen zur Hand zu haben. Du kannst sie im guten Fachhandel kaufen – oder mache sie selbst. Für dieses nützliche Nähzubehör habe ich dir extra eine Anleitung zum Selbernähen geschrieben, dass der Einzug zur Grundausstattung klappt.

 

Samtzitter, Borstenbügeldecke

Für Stoffe mit einem Flor (Samt, Cord, dickere Wollstoffe) empfehle ich dir eine Unterlage extra für Samt zu kaufen. Das ist ein Kunststoffgewebe mit Borsten. Der Flor „versinkt“ in diesen Borsten und die Härchen bleiben aufrecht. Die Samtzitter als Nähzubehör gehört nicht zwingend zur Grundausstattung. Aber es ist immer gut zu wissen, was es an Hilfsmittel noch alles gibt.

Ärmelbock, Ärmelbrett

Wie der Name schon sagt, kannst Du mit dem Ärmelbock die geschlossenen Ärmel von z.B. Hemden und Blusen sauber bügeln.

Falzbein

Das Falzbein ist eigentlich kein Nähzubehör, es kommt aus der Papierverarbeitung. Aber ich nutze es gern, um Nähte und Bruchkanten auf die Schnelle glattzustreichen, ohne zum Bügeleisen zu greifen. Das geht prima bei Leinen- und Baumwollstoffen. Manche Näherinnen nehmen dafür den Daumennagel, wovon der Begriff «Fingerbügeln» kommt.

Schrägbandformer

Die Schrägbandformer gehören für mich auch zu den Bügelhilfen und sind klar auch ein Nähzubehör. Diese gibt es in verschiedenen Breiten. Mit vorgefalzten/vorgebügelten Schrägbändern geht das Nähen einfach leichter. Es gibt sie in verschiedenen Breiten und meistens als Set erhältlich. Du kannst damit (fast) jeden Stoff in ein Schrägband verwandeln. Die Anschaffung als Grundausstattung lohnt sich.

Damit du das viele Nähzubehör und Grundausstattung gut einordnen und wegräumen kannst, lies doch meine Gedanken zum Thema Ordnung im Nähzimmer in diesem Blog:

3. Schneiden

Scheren

Die Schere ist eines der wichtigsten Werkzeuge in deinem Nähzimmer und gehört somit auch zur Grundausstattung als Nähzubehör. Was in der Küche gilt, gilt auch für das Nähzimmer. Verschieden Scheren für verschiedene Anwendungen. Folgende Scheren sind nützliche Dienstleister: eine Schere für feine Stoffe und Einlagen, eine Schere für schwere Stoffe, eine kleine Schere oder eine Fadenschere, wenn Du an der Nähmaschine arbeitest. Die Knopflochschere kann dir ebenfalls gute Dienste erweisen. Es gibt Scheren für Links- und Rechtshänder, mit großem Auge für die Finger, welche, die chic aussehen, mit blumigem Dekor oder mit Punkten. Beliebt sind auch Scheren mit Mikroverzahnung. Diese Verzahnung verhindert das Wegrutschen des Stoffes beim Schneiden. Wichtig ist, dass die Schere dir gut in der Hand liegt. Achte darauf, dass deine Scheren bis zur Spitze hin schneiden. Im Zweifelsfall lasse sie frisch schleifen. Zur Pflege gehört ab und zu einen Tropfen Maschinenöl beim Gelenk (Schloss). Diese Scheren sind absolut tabu für Papier!

Zackenschere

Eine Zackenschere brauchst du nicht zwingend. Am meisten wird sie zum Zuschneiden von Futterstoffen verwendet, um das Ausfransen etwas zu minimieren. Auch hier gibt es günstige und teure Modelle. Wichtig ist auch hier, dass sie über die ganze Länge einwandfrei schneidet.

 

Papierschere

Oder Universalschere. Für alles andere als für Stoff zu benutzen.

Kurze Erklärung zum Schleifen von Scheren: Schleife deine Stoffscheren nie selbst! Such dir einen Profi, der auch Friseurscheren schleift. Nur so hast du lange Freude an deinen hochwertigen Scheren.

Rollschneider

Der Rollschneider ist bei mir in den 80er-Jahren im Nähkasten gelandet. Er ist nicht nur zweckmäßig für Patchworkarbeiten. Ich schneide damit oft auch längere gerade Streifen für Gürtel, Schrägbänder etc. Zum Schneiden mit dem Rollschneider benötigst Du eine passende Schneideunterlage und ein Lineal.

Die Schneideklinge gibt es in verschiedenen Durchmessern. Am geläufigsten sind Größen von 45 mm.

Nahttrenner, Pfeiltrenner

Ein kleines spitzes Utensil, das in vielen Nähkästen liegt und oft auch als Nähzubehör bei der Nähmaschine mit dabei ist. Ich empfehle den Nahttrenner nicht so gerne, aus dem einfachen Grund, dass man damit sehr schnell in den Stoff schneidet, wenn man nicht aufpasst und zu viel Kraft einsetzt. Wenn du ihn verwenden möchtest, übe zuerst an Reststoffen, wie sich der Widerstand anfühlt.

Skalpell Cutter

Auch Skalpellmesser. Ich benutze dieses kleine Messer mit auswechselbaren Klingen oft lieber als den Nahttrenner. Er ist spitzer und schärfer. Auch dieses Werkzeug kommt aus der Papier- und Grafikwerkstatt.

4. Heften

Stecknadeln

Die Stecknadel ist eine wichtigsten Nähzubehör und gehört zur Grundausstattung. Sie halten die Stofflagen zusammen, fixieren das Schnittmuster auf dem Stoff, markieren eine zukünftige Arbeit am Nähgut. So vielfältig die Aufgaben, so vielfältig das Angebot. Als wichtigstes Kriterium sollten die Nadeln rostfrei sein. Mit einer Dicke von weniger als 0.6 mm bist Du gut beraten. Ich arbeite am liebsten mit den ganz normalen Stahlstecknadeln*. Ich kann darüber nähen, darüber bügeln – sie nehmen keinen Schaden. Die Glaskopfstecknadeln sind heute meistens aus Kunststoff, bügelst du drüber, schmilzt der Kopf. Gerne arbeite ich bei voluminösen Stoffen mit den langen Quiltnadeln*. Sie haben einen flachen Kunststoffkopf und sind bedeutend länger. Heute gibt es auch Stahlstecknadeln mit einer Kugelkopfspitze* (Ball Point) speziell für Jersey-Arbeiten. Macht auf den ersten Blick auch Sinn, aber die Handhabung während dem Nähprozess ist etwas schwierig, denn ich muss konsequent eine Trennung zu den üblichen Stecknadeln praktizieren.

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Heftfaden / Reihgarn

Der Heftfaden ist aus Baumwolle und hat eine relativ faserige Oberfläche. Diese raue Oberfläche hat den Vorteil, dass das Garn nicht so schnell wieder aus dem Stoff herausrutscht, der Nachteil ist allerdings, dass es nicht sehr reißfest ist. Früher hat man mit dem Heftfaden das Schnittmuster auf den Stoff übertragen, allerdings finde ich diese Methode heute zu zeitaufwändig. Du kannst mit einfacheren Mitteln die Schnitte und Markierungen übertragen. Wenn ich nur kurz etwas heften möchte, nehme ich auch ganz gewöhnlichen Nähfaden, der gerade in der Nadel steckt.

 

Doppelseitiges Klebeband

Das doppelseitige Klebeband ist kein zwingendes Nähzubehör für deinen Nähkasten. Es kann jedoch in gewissen Situationen (zum Beispiel beim Einnähen von Reißverschlüssen) hilfreich sein. Wichtig ist, dass der Klebstoff nicht an der Nähnadel haften bleibt. Auf dem Markt gibt es verschieden Hersteller. Die besten Erfahrungen habe ich mit Stylefix* gemacht, es hält was es verspricht.

Stoffklammern, Wonder Clips, Magic Clips

In den letzten Jahren sind die «Wonder Clips» in Mode gekommen. Für einfache Näharbeiten sind sie okay, aber, wenn es darauf ankommt, dass die Stofflagen punktgenau genäht werden sollen, sind die Plastik-Stoffklammern eher unpraktisch, das sie vor dem Nähen entfernt werden müssen.  Als sAlternative habe ich die Magic Clips* entdeckt. Die Klammer selber ist aus metall, der Griff ist aus Plastik. Da die Metallklammer kaum aufträgt, kannst du sie im Stoff lassen und daran vorbei nähen.

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5. Markieren

Schneiderkreide

Die Schneiderkreide wird aus Ton oder Talk hergestellt. Es gibt sie als flachen, quadratischen oder dreieckigen Block. Auch gibt es sie als Stift in verschiedenen Stärken und Ausführungen. Du findest die Kreiden ähnlich wie ein Buntstift in Holz gefasst oder als lose Mine zu Minenhaltern. Als Puder wird die Schneiderkreide im Rockabrunder und im Kreiderad von Prym verwendet. Ich bevorzuge den Minenhalter, weil ich damit sehr feine Linien ziehen kann. Zwei Stück habe ich, einen mit einer weißen Mine für fast alle Stoffe und einen mit einer blauen Mine für helle Stoffe. Beide Stifte sind wichtiges Nähzubehör und immer in meiner Reichweite.

Kreidemine

Kreiderad mit Kreidepulver gefüllt

Sublimierkreide

Es gibt auch die Sublimierkreide (Chemiekreide oder „Zauberkreide“). Markierungen mit dieser Kreide verschwinden wieder nach einiger Zeit. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, fertige vorher eine Probe an. Nichts ist schlimmer, als sichtbare Kreidestriche auf deinem Kleidungsstück.

Trickmarker, Markierstifte

Das sind Faserstifte mit Tinte, die entweder von selbst verblassen oder mit Hilfe von Wasser verschwinden. Auch hier gilt, bei sichtbaren Markierungen auf dem Oberstoff immer zuerst eine Probe machen. An Farben findest du einen violetten und einen weißen für dunkle Stoffe. Verwechsle diese Stifte nicht mit den Wäschemarkierern oder den Textilfaserstiften. Die haben Tinte drin, die dauerhaft auf dem Stoff sichtbar bleibt.

 

Stecknadeln

Für temporäre kurzfristige Markierungen kannst du auch die Stecknadeln verwenden.

 

Schere

Du schneidest damit die Passzeichen, sogenannte Pics, oder Knips in die Nahtzugabe.

6. Messen

Maßband

Das klassische Zentimetermaß hat eine Länge von 150 cm. Es gibt sie als automatisches Rollmaß, mit Druckknopf zum Fixieren der Enden oder einfach lose zum Aufwickeln. Sie bestehen aus Poly-Fibre-Gewebe. Ein gutes Maßband gehört also mit zur Grundausstattung und ist ein sehr wichtiges Nähzubehör.

Handmaß

Da gibt es verschiedene auf dem Markt. Am liebsten benutze ich das Handmaß aus Edelstahl von Nannette Hopf. Ich kann es mit zum Bügeln verwenden, ohne dass es schmilzt. Die eingravierten Maße bleiben dauernd und verblassen nicht wie bei den Handmaßen aus Kunststoff. Es ist nicht ganz billig, aber wie bei einer guten Schere, eine Anschaffung fürs Leben. Bevor dieses geniale Nähzubehör auf dem Markt kam, habe ich ein Beton-Konsistenz Maßstab (ganz hinten im Bild) aus Metall verwendet. Es war robust und hielt dem Bügeleisen stand.

Geo-Dreieck

Das Geo-Dreieck kennst du bestimmt noch aus der Schule. Damit kannst du einen rechten Winkel anzeichnen und parallele Linien ziehen. Wenn du dir ein neues anschaffen willst, suche dir ein recht großes, handliches Dreieck mit einem Griff.

Schneiderwinkel / Reverswinkel

Wenn du oft Schnittmuster abänderst oder diese selbst zeichnest, empfehle ich dir die Anschaffung eines Schneiderwinkels. Lass dich nicht vom Foto täuschen, die Maße sind in der Länge ca 70 cm.

Kurvenschablone

Zum Schnittmusterzeichnen und -abändern gehören auch die Kurvenschablonen aus Plexiglas (sog. Burmesterschablonen). Es gibt sie in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen (Kurven). Achte darauf, dass sie nicht zu klein sind und dass die Kurven verschiedene Durchmesser haben. Ich empfehle dir eine Länge ab ca. 40 cm. Du kannst damit zum Beispiel schöne Hüftbogen formen oder einen zweigeteilten Formärmel zeichnen.

Meine grosse Kurvenschablone habe ich noch aus der Schweiz. Sie hat eine Länge von ca 46 cm. Möchtest du auch so eine haben, nimm Kontakt mit mir auf.

Patchwork-Lineal

Zusammen mit dem Rollschneider und der passenden Schneidematte benutze ich dieses Lineal gern, um zum Beispiel Schrägbänder zuzuschneiden, oder Bindebänder, Gürtel etc. Auch zum Zeichnen von Schnittmuster ist es ideal. Es gibt sie in verschiedenen Längen und Größen.

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7. Weitere nützliche Hilfsmittel

Druckknopf- und Ösenzange

Vom Kurzwarenhersteller Prym gibt es seit vielen Jahren die bewährte Druckknopf- und Ösenzange. Auch mit der Bezeichnung „Vario-Zange“ bekannt. Diese hat variable Einsätze für alle Arten von Druckknöpfen und Ösen, egal, ob sie aus Metall oder aus Plastik sind. Eine Extra-Zange für die Snaps benötigst du nicht zwingend.

Lochzange

Eine Lochzange ist praktisch, wenn man eine zur Hand hat, aber nicht unbedingt nötig. Du kannst damit bei Ösen die Löcher vorstanzen. Bei handgemachten Augenknopflöcher kannst du mit der Lochzange ein gleichmäßig rundes „Auge“ stanzen.

 

Pfriem

Den Pfriem benötigst Du, um Löcher vorzustechen.

Kragenwender, Kragenformer, Eckenformer

Die Kragenwender gibt es im Kurzwarenbedarf von verschiedenen Herstellern. Sie sind aus Kunststoff, Bambus, Metall, dabei ist wichtig, dass die Spitze abgerundet ist. Bei der Verarbeitung von ganz feinen Stoffen verwende ich gerne alternative Werkzeuge wie zum Beispiel den Blattstecher aus der Weberei oder einen Brieföffner. Bitte benutzt hierfür nicht die Spitze der Schere. Ich habe das oft in meinem Nähkursen beobachtet, weil es auf die Schnelle gehen musste und nichts anderes als die Schere in der Nähe lag. Oft musste der Kragen neu genäht werden, weil mit der Schere ein Loch in die Ecke gestanzt worden ist.

Nähgewichte

Die einen lieben sie, andere kommen nicht klar damit und die dritten benötigen sie nicht. Mit den Nähgewichten kannst du das Schnittmuster auf dem Stoff „fixieren“ anstatt mit Stecknadeln festzustecken. Bei einfachen Schnittteilen ist diese Art zuzuschneiden machbar, für komplexere Schnittteile mit vielen Infos und Markierungen macht es Sinn, das Schnittmuster bis zum Nähbeginn auf dem Schnittteil zu belassen. Nähgewichte gibt es im Handel zu kaufen. Aber du kannst auch runde Steine nehmen, oder mit Bauscheiben und selbst härtendem Ton kleine Kugeln formen und verzieren. Das Gewicht sollte ca. 150 gr. betragen. Im Netz findest du viele Anregungen, um Nähgewichte selbst herzustellen.

Feuerzeug

Ein ungewöhnliches Werkzeug in der Nähstube. Ich benutze es, um zum Beispiel Polyesterkordeln abzuflammen, um diese vor dem Ausfransen zu schützen, oder beim Kürzen von Reißverschlussbändern.

Abstandhalter für die Naht

Ein sehr nützlicher kleiner Magnet, den man auf die Stichplatte legt. Du kannst mit dieser Hilfe die Nahtzugabe exakt einhalten.

Schnittmusterpapier

Das Schnittmusterpapier gehört mit ins Nähzimmer. Jede Hobbyschneiderin hat da so ihre Vorlieben. Es wird Baufolie genommen, aber auch Papiertischtuch von der Rolle, Backpapier oder Vliese speziell für Schnittmuster finden Verwendung. Ich empfehle in meinen Kursen gerne Skizzenpapier* (Zeichenpapier, welches auch Architekten verwenden). Es ist tranparent, beschriftbar und nachhaltig. Der einzige Nachteil ist, das es gerne einreißt. Aber mit etwas Übung kommt man gut mit diesem Papier klar.

 

Gutes Licht

Der Vollständigkeit halber erwähne ich, wie wichtig es ist, gutes Licht zu haben. Investiere in eine Tageslicht-Leuchte für den Arbeitsbereich. Hat deine Nähmaschine noch ein warmes, gelbes Licht (Glühbirne), ersetze sie mit einem hellen LED-Licht. Du kannst auch ein zusätzliches Licht* mit einem Magnet an der Maschine anbringen.

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Partner-Links. Wenn du auf diesen Link klickst und direkt über diesen verlinkten Shop einkaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Ich danke dir für deine Unterstützung.

Damit du das viele Nähzubehör und Grundausstattung gut einordnen und wegräumen kannst, lies doch meine Gedanken zum Thema Ordnung im Nähzimmer in diesem Blog:

8. Das benötigst du nicht wirklich:

Knipszange

Immer wieder macht die Knipszange die Runde und Fragen über deren Verwendung tauchen auf. In Ateliers, wo die Schnitte für den mehrmaligen Gebrauch auf Schnittmusterkarton gezeichnet, sind die Passzeichen mit einer Knipszange eingestanzt worden. Das ging leichter und schneller als mit einer Schere. Den Fadenlauf wurde auf die gleiche Weise markiert, nur mit einem anderen Stanzbild (Dreieck) Die Knipszange wurde nicht für Knipse im Stoff verwendet.

 

Klebestifte für Textilien

Ich persönliche halte in der Schneider-Werkstatt nicht viel davon. Obwohl es von den Herstellern heißt, dass der Kleber nicht dauernd klebt und auswaschbar ist, so muss er doch den Stoff zusammenhalten. Beim Nähen gibt es dann unweigerlich Rückstände an den Nadeln, die man mühsam beseitigen muss und das Nähergebnis negativ beeinflusst.

“Deine Aufgabe ist, dich heute glücklich zu machen”

Lotti Pfyl