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Als ausgebildete Schneiderin (als dritten Beruf) habe ich die Entwicklung der Verarbeitung im Schneider-Handwerk interessiert verfolgt. Noch vor einigen Jahren galt es als chic, das Futter, sei es in der Jacke oder im Rock von Hand einzunähen. Diese Verarbeitung – und viele andere auch, sind heute nicht mehr zeitgemäß. Auch beim Profi ist heute Zeit Geld. In modernen Ateliers sind deshalb viele Techniken aus der Industrie aufgenommen worden.

Genau diese Kombination aus traditionellem Schneiderhandwerk und moderner Verarbeitung findest du in meinen Workbooks. Es ist mir ein Anliegen, dir mein Wissen weiter zu geben. Dir ein Werkzeug in die Hand zu geben, mit dem du dich sicher auf dem Tanzparkett des professionellen Nähens gekonnt fortbewegen kannst.

Ich bin Lotti Pfyl. Aufgewachsen zwischen der Nähmaschine meiner Mutter und ihren Kundinnen. Daß ihre Schere für mich tabu war, lernte ich ganz schnell und begriff, das Kleidernähen muss etwas ganz Besonderes sein. So hat die Schneiderei bis heute die Anziehungskraft für mich behalten. Damals gab es „Der goldenen Schnitt“, ein kleiner roter Ordner mit herausnehmbaren Schnittvorlagen. Daraus hat meine Mutter die Schnittmuster gezeichnet und für ihre Kundinnen die Kleider genäht. Gut erinnere ich mich an ein Deux-Pièce (sprich: Dööpieess) für mich, aus kariertem Wollstoff. Das war, aus heutiger Sicht, ein Recycling-Projekt. Ein abgelegtes Kostüm wurde auseinandergetrennt, den Stoff gewendet (die Innenseite wurde neu die Aussenseite) und eben das Deux-Pièce für mich genäht.

Als Kind durfte ich schon früh an die Nähmaschine. Natürlich landete die Nähmaschinennadel auch mal in meinem neugierigen Zeigefinger. Es gab auch Zeiten, da haben meine Schwester und ich uns um Mutters Nähmaschine gestritten. Meistens habe ich verloren, denn meine Schwester hat damals Schneiderin gelernt – und hatte den Vorrang. Wie glücklich war ich, als meine Schwester endlich genügend Geld für eine eigene Maschine beisammenhatte.

Als Berufswunsch hatte ich damals Handarbeitslehrerin. In der Schweiz gab es zwei Ausbildungswege: Schneiderin lernen, danach das Handarbeitslehrerinnen-Seminar oder den Vorkurs an der Frauenschule und danach das Seminar. Für mich kamen beide Wege aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage. Mein Klassenlehrer wollte, daß ich aufs Gymmi gehe, mein Vater wollte, daß ich das Kaufmännische lerne. Meine Mutter wollte nur, daß ich einen Beruf erlerne und einmal auf eigenen Beinen stehen kann. Und ich als schwarzes Schaf in der Familie mache sowieso das was ich will. Ich wählte den Weg in die Technik, lernte Lüftungs- und Klimaanlagen zeichnen und berechnen. Diese Basis kam mir später bei der Schnittechnik sehr zu Gute. Ich wählte damals bewusst nicht den Berufsweg als Schneiderin, denn das machte ja schon meine Schwester. Und ich kann ja nähen, alles von meiner Mutter gelernt – und aus der „Burda“ und „Neue Mode“.

​Die Familie kam mit Mann und zwei Kids. Ich nähte Herrenhemden aus Waschseide (damals hoch aktuell), Skianzüge und Fasnachtskostüme für die Kids, Ballkleider für meine Freundinnen. Ich nähte für meine Tochter Röcke und Hosen im „Oilily“-Style (Must-have), für meinen Sohn robuste Jeans zum Rumkrabbeln. In dieser Zeit kam aus Amerika das Patchwork-Fieber in die Schweiz. Ich war fasziniert, eine neue Welt tat sich für mich auf. Neben der Verarbeitung interessierte mich vorallem die Geschichte dieser weltumspannenden Design-Technik. Es dauerte nicht lange, gab ich meine ersten Patchwork-Kurse und habe mich gleichzeitig bei namhaften Quiltkünstlerinnen weitergebildet.

Und irgendwann kam die Zeit, da musste ich wieder auf eigenen Beinen stehen. Zurück in meinen einst erlernten Beruf war auf Grund der langen Pause kaum möglich. Also gings zurück auf die Schulbank. Zuerst in der Handelsschule, direkt anschließend beim Studium Finanz- und Rechnungswesen. Es kamen Weiterbildungen für die Revisionstätigkeiten (Audits/Wirtschaftsprüfungen) hinzu. Trotz meines guten Jobs nahm meine latente Unzufriedenheit immer mehr zu. Es brauchte seine Zeit, zu Erkennen was nicht mehr stimmig war. Die Balance zwischen Kopf- und Hand-Arbeit war nicht mehr da. In dieser Zeit stand die Nähmaschine still, war weggeräumt, musste der Fachliteratur Platz machen. Eine zufällige Begegnung in einem Modegeschäft und der Frage an mich: „Sind Sie Schneiderin?“ brachte meine dritte Berufsausbildung ins Rollen. Eins fügte sich zum anderen, ein Wechsel des Arbeitgebers ermöglichte mir ein halbes Jahr später die Ausbildung.

Nach meiner Ausbildung zur Schneiderin habe ich meinen Broterwerb trotzdem nicht an den Nagel gehängt. Das Leben in der Schweiz ist einfach zu teuer. So habe ich mich nebenberuflich auf das Coaching spezialisiert. Begeisterte Nähanfängerinnen und auch erfahrene Hobby-Näherinnen habe ich bei ihren Projekten begleitet. Da kam das erste mal die Idee auf, meinen Kundinnen kurze Anleitungen und Nähabläufe zu schreiben, die genau auf ihre Projekte zugeschnitten waren. Der Faktor Zeit war oft ein Thema bei diesen Frauen. Sie waren berufstätig, Hausfrau, Mutter, Ehepartnerin und wollten ihre freie Zeit für ihr Hobby optimal nutzen. Da merkte ich schnell, alles was früher mit der Hand genäht wurde, war kein Thema mehr. Die Näh-Projekte mussten rationell, zeitnah, aber dennoch perfekt ausgeführt werden.

2015 hatte ich die Möglichkeit, auf einer nordfriesischen Insel ein großes Haus zu kaufen. Ich habe meiner Schweizer Heimat den Rücken zugekehrt und wanderte nach Deutschland aus. Ich habe eine Nähstube eröffnet mit kleinem Laden, führte Kundenaufträge aus (vom Maßnehmen über Schnitterstellung bis zur Ausführung). Im Winterhalbjahr kamen die jungen Inselfrauen zu mir in die Nähkurse, ich wurde fürs Nähcoaching gebucht, half hier und da mit Tipps und Tricks weiter. Aber eine Insulanerin wurde ich nicht. Diese Zeit auf der Insel war trotz allem sehr wertvoll für mich. Je länger je mehr spürte ich, daß meine Passion, meine Stärke darin liegt, mein Wissen weiter zu geben. Während dem Schreiben meiner Workbooks spüre ich das Erfolgserlebnis und die Freude meine KursteilnehmerInnen.

Anleitungsvideos auf Youtube gibt es wie Sand am Meer. Eingestellt von Nähanfängerinnen (beim Zugucken sträuben sich mir die Nackenhaare) bis zu sehr exzellenten Profis in allen Sprachen dieser Erde. Aber immer wieder habe ich festgestellt, daß beim Wesentlichen entweder die Kameraführung nicht optimal war oder die Hand der Näherin im Weg war. Auch nach mehrmaligem anschauen der Videos war deshalb der Lerneffekt nicht sehr groß. Und oft schaust du zu einem Thema mehrere verschiedene Videos an und weißt hinter her nicht was jetzt richtig ist. Du bist verunsichert, noch mehr als vorher. Dazu kommt, daß du es gewohnt bist, von einem Film, von einem Video unterhalten zu werden. Dein Gehirn schaltet nicht so schnell in den Lernmodus.

Zum Thema Video hier ein kurzer Abriss zum Lernen. Wir werden in Lerntypen eingeteilt. Der visuelle Lerntyp lernt mit optischen Informationen, der auditive Lerntyp lernt besser nur mit Zuhören. Der haptische Lerntyp lernt, in dem er etwas tut. So lernt der größte Anteil der Bevölkerung, wir haben diese Fähigkeit in unseren alten Genen. Der sogenannte Haftwert gibt an, wieviel in unserem Gedächtnis haften bleibt, wenn wir wie lernen. Der höchste Wert von 90%!! wird erreicht, wenn du etwas Neues tust. Machen. Ausführen.

Und darum gibt es für dich exklusiv in Deutschland NähenPro. Damit du besser lernen kannst, damit du motivierter an deine nächsten Nähprojekte gehen kannst, damit du lange inspiriert und grossen Nutzen von deinem neuen Wissen haben kannst. Und du hast eine Dokumentation zur Hand, ähnlich wie eine Werkzeugkiste, wo du dir gezielt die Workbooks heraussuchst die du für dein aktuelles Projekt benötigst.

In diesem Sinn:

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“

Deine Lotti Pfyl